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Skitourenkurs Obernberg – Den Schnee gesucht und gefunden

22. bis 25.01.2026

25.01.2026

Am Donnerstag um 7 Uhr Früh geht es mit dem voll besetzten DAV Vereinsbus los am Pendlerparkplatz Aiterhofen mit Kurs in Richtung Obernberger Tal. Mit dabei sind unsere beiden Kursleiter Peppi Grill und Gabi Groß, dazu die Teilnehmer Familie Hagengruber mit Christine, Tom und Sohn Paul, Florian, Andreas, Larissa, und ich (Regina). Mit kurzem Pausenstopp am Irschenberg verläuft die Fahrt reibungslos, nach ziemlich genau vier Stunden kommen wir planmäßig in Almi`s Berghotel an, unserer Heimat für die nächsten Tage.

Nachdem noch die Teilnehmer Siegi, Kerstin und Michi dazu gestoßen sind, ist die Mannschaft komplett. Unsere Zimmer sind schon bezugsfertig. Nachdem wir unser Gepäck deponiert und die Skimontur angelegt haben, geht es auch schon los mit der ersten Kurseinheit. Direkt von der Unterkunft schieben wir mit den Skiern los in Richtung Talschluss. Mit Blick auf die St. Nikolaus Kirche und die umgebenden Berge wie dem Obernberger Tribulaun, und bei strahlendem Sonnenschein, ein wunderbarer Einstieg. Einige waren vor Kurzem schon beim Lawinenkurs am großen Arber dabei. Gemeinsam wiederholen wir die Verschüttetensuche mit der LVS-Ausrüstung. Die geringe Schneedecke macht das Sondieren und Ausgraben (fast zu) einfach. Und wir stellen fest, dass LVS-Geräte, Smartphones und GPS-Uhren sich nicht so gut vertragen. Beim Üben von Spitzkehren und Abfahren mit den Steigfellen merkt man, dass alle nicht zum ersten Mal auf den Tourenskiern unterwegs sind, das klappt schon richtig gut. Nach der Rückkehr ins Hotel geht es schnell in die hauseigene Sauna. Der Heilmasseur Laurin sorgt heute mit seinen Aufgüssen und lehrreichen Erläuterungen dazu für die perfekte Entspannung. Nach dem leckeren Abendessen im Anschluss gibt es noch eine Einheit Lawinenkunde und es wird die Tourenplanung für den nächsten Tag besprochen. Danach sind nach dem langen Tag alle müde und es geht bald ins Bett.

Aufgrund der geringen Schneelage sind die Tourenoptionen etws eingeschränkt. Nach dem Frühstück fahren wir zum Parkplatz am Talschluss und starten nach dem LVS-Check mit den Skiern vorbei am schön gelegenen Obernberger See mit der pittoresken Kapelle „Unserer Lieben Frau“ in Richtung Grubenkopf (2337 m). Unterwegs gibt es Theorie zu Lawinenkunde und Hangneigung, dabei kommt die Snowcard zum Einsatz. Bei Lawinengefahrenstufe 1 auf dieser Höhe ist die reelle Gefahr aber heute gering. Beim Aufstieg fragt man sich teilweise, ob es denn mit dem Schnee wirklich für eine vernünftige Abfahrt reichen wird. Oben am Grubenjoch angekommen, weht uns von der Südseite her ein kräftiger Wind entgegen. Bei sonnigem Wetter ist es aber nicht kalt. Auf den weiteren Metern in Richtung Gipfel des Grubenkopfs liegt dann sogar mehr Schnee als gedacht. Mit Skidepot kurz unterhalb erreichen alle das Gipfelkreuz und es gibt ein erstes „Berg Heil“ und gemeinsames Gruppenfoto. Die Bedingungen bei der anschließenden Abfahrt sind dann trotz der dürftigen Schneelage besser als beim Aufstieg gedacht. Zurück in der Unterkunft gibt es die Theorieeinheit mit Wetter- und Kartenkunde heute vor dem Entspannen in der Sauna und dem Abendessen. Danach steht noch die Tourenplanung für den nächsten Tag an. Nach Tipps von anderen Tourengehern soll es aufgrund der dort besseren Schneelage auf die andere Seite der Brennerautobahn ins Valser Tal gehen, Ausgangspunkt von der Straße  in Richtung Padaun, Ziel Silleskogel (2418 m). Am Ende bekommen wir von Michi Eisenmann und Kerstin noch ein beeindruckendes Klettervideo über die Neuanlage von mehreren Routen und Erstbegehung in einer Wand im Zillertal zu sehen.  Nachmachen nur für Geübte!

Bei leichtem Schneefall starten wir am nächsten Morgen die kurze Anfahrt zum geplanten Ausgangspunkt. Auf der Forststraße geht es gemächlich los. Bald aber dann in einem schmalen Graben etwas ungemütlich steil zwischen Bäumen, Wurzeln, teilweise steinig und eisig bergan. Im Laufe des Vormittags verdichten sich die Flocken. Schließlich weitet sich das Gelände und wir folgen den schon vorhandenen Aufstiegsspuren in Richtung der Scharte zwischen Geierschnabel und Silleskogel. Ein Teil der Gruppe gräbt unterwegs ein Schneeprofil. Zu Übungszwecken wechseln wir einige Male den Frontmann / -frau der Gruppe, um ein Gespür für die Spuranlage und gleichmäßige Gehgeschwindigkeit zu bekommen. Oben bei der Scharte angekommen, hört es langsam auf zu schneien und es zeigt sich sogar die Sonne. Ab dieser Stelle müsste man die Skier abschnallen und zu Fuß weiter bis zum Gipfelkreuz des Silleskogel. Das mühsame Schneegestapfe sparen wir uns, lieber mehr Zeit für eine sichere Abfahrt. Dabei müssen einige Bindungen neu justiert werden. Trotz ein paar kleinerer Stürze kommen alle unbeschadet runter. Es findet sich dabei sogar eine kurze Wiesenabfahrt mit laut Florian dem bislang „besten Powder“ der Saison.

Bei der Tourenplanung für den nächsten Tag wird aufgrund der Wetterprognose mit schlechter Sicht und wieder einsetzendem Schneefall auf den Vorschlag von Gabi hin umdisponiert von der Vennspitze auf den Sattelberg (2115 m). Das erweist sich am nächsten Morgen als gute Entscheidung, das Wetter ist wie prognostiziert grau und es schneit sich ein. Am Morgen verabschieden wir uns schon von Siegi, Kerstin und Michi, die nach dem Frühstück die Heimreise antreten. Für den Rest steht noch einmal ein Tourentag an. Nach kurzer Anfahrt ist der Startpunkt direkt unter der Brenner-Autobahnbrücke zwar nicht so einladend. Der Aufstieg entlang der ehemaligen Skipiste erweist sich aber als gutes Übungsgelände für die Spuranlage, und am Ende wird man oben sogar mit einem richtigen Gipfelkreuz belohnt. Auf halber Abfahrt gibt es eine gemütliche Einkehr auf der Sattelalm. Die Pistenbedingungen machen zum Abschluss noch einmal richtig Spaß. Netterweise dürfen wir dann in der Hotelsauna noch duschen, bevor wir die Heimfahrt antreten. Diese verläuft trotz weiterhin Schneefall reibungslos.  Kleiner Pausestopp kurz hinter der Grenze bei Kufstein. Wieder in Aiterhofen am Parkplatz angekommen, verabschieden wir uns voneinander und hoffen auf weitere gemeinsame Touren in Zukunft. Lehrreich, und vor Allem: Schön wars!

Regina