1. Tag
Die lang ersehnte Kletterfahrt ins Kaisergebirge stand endlich vor der Tür! Nachdem alle an der Griesner Alm eingetroffen waren, schnappte sich jeder seinen schweren Rucksack, der mit Kletterausrüstung, Seilen und Proviant vollgepackt war, und wir machten uns auf den Weg hinauf zum Stripsenjochhaus. Von der Hütte aus hatten wir einen beeindruckenden Blick ins Inntal und bis hin zu den Loferer Steinbergen.
Nach einer gemütlichen Kaffee- und Kuchenpause sowie einer Einweisung und einigen wertvollen Ratschlägen von unserer lieben Maria packten wir unsere Rucksäcke um. Danach machten wir uns auf den Weg zum Klettergarten. An der Wildangerwand gibt es zahlreiche mit Bohrhaken eingerichtete Kletterrouten mit maximal vier Seillängen – perfekt für eine Nachmittagstour. Alle Seilschaften schafften zwei Touren… Allerdings gelang es nicht allen, bis 19:00 Uhr zur Hütte zurückzukehren. Dadurch verpassten einige die Bestellung des Abendessens. Zum Glück gab es noch zwei Suppen zur Auswahl, sodass niemand hungrig bleiben musste. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang kehrte langsam Ruhe ein. Um 22:00 Uhr hieß es schließlich: "Bettruhe!"
2. Tag
Zwei junge starke Seilschaften brachen noch vor dem Frühstück auf. Eine lange Kletterroute mit 20 SL für Kletterer mit alpiner Erfahrung und erforderlicher Ausdauer erwartete sie – der „Kirchlexpress“, ein Klassiker am Totenkirchl. Die beiden anderen Seilschaften starteten gemütlich nach dem Frühstück. Ein Stück des Weges gings noch gemeinsam. Danach machte sich eine Herrenseilschaft auf den Weg in Richtung „Stripsenzahn“, während meine Kletterpartnerin und ich den Einstieg zum „Führerweg“ suchten.
Der Führerweg am Totenkirchl ist eine perfekte Einsteigertour ins Alpine Mehrseillängen- Klettern und führt über drei große Terrassen mit herrlichen Ausblicken zum Gipfelkreuz. Da meine Kletterpartnerin zum ersten Mal alpin kletterte, war diese Route für uns besonders gut geeignet, auch wenn sie als etwas längerer Anstieg beschrieben wird. Die Kletterei verläuft überwiegend im zweiten und dritten Schwierigkeitsgrad, zwischendurch gibt es immer wieder kurze Gehpassagen. Auf der dritten Terrasse legten wir eine kurze Stärkungspause ein. Anschließend seilten wir uns wieder ab und machten uns auf den Rückweg.
Am Nachmittag trafen sich alle wieder auf der Hüttenterrasse. Glücklich und wohlbehalten genossen wir die gekühlten Getränke und erzählten von unseren Erlebnissen und Abenteuern. Nach dem Abendessen spielten wir eine Runde Rummikub und planten den nächsten Tag.
3. Tag
Die Gruppe teilte sich in zwei Teams auf: Thomas und Lyubo suchten sich eine härtere MSL-Route an der Wildangerwand aus, während der Rest sich für das Alpinklettern an der Predigtstuhl Nordkante (18 SL) entschieden hatte… aber aufgrund des unsicheren Wetters mussten wir unsere Planung kurzfristig ändern. Unsere Route hatte keine direkte Umkehr- oder Abseilmöglichkeit, also gingen wir wetterbedingt auf Plan B über: eine Wanderung zur Hinterer Goinger Halt. Nach ca. 800 Höhenmetern und einem gemeinsamen Gipfelfoto stiegen wir auf demselben Weg wieder bis zur Abseilstelle des sog. Direktabstiegs zurück. Da diese zunächst versteckt lag, verloren wir etwas Zeit bei der Suche. Um den Ablauf zu beschleunigen, stiegen Peppi und Reinhard auf dem längeren Fußweg ab. Danach war der sportliche Ehrgeiz geweckt: Wer war schneller unten – die Abseiler oder die Absteiger?
Die Abseiler waren schneller, da sie zwei Seillängen in einem Zug abseilen und ein kleines Stück abklettern konnten. Unten trafen wir uns alle wieder auf den Wanderweg, und gemeinsam stiegen zum Parkplatz ab. Trotz der wetterbedingten Änderungen war es ein gelungener Tag. Schließlich warfen wir unsere Rucksäcke in dem Kofferraum, zogen uns um und machten uns auf den Heimweg.
Schön war's! Bis zum nächsten Mal!
Larissa
PS: Vielen Dank an alle Teilnehmer für gute Laune und großartige Unterstützung. Ein besonderer Dank geht an Maria für die Organisation und die Tourenleitung sowie herzlichen Glückwunsch zur ersten selbstständigen Tourenführung! Außerdem Gratulation an Reinhard und Natalia zur persönlichen Premiere im alpinen Klettern.