Tag 1 – Anreise und Vorbereitung
Weil der Sektionsbus leider nicht verfügbar war, erfolgte die Anreise mit Pkw-Fahrgemeinschaften. Im Krimmler Achental angekommen konnten die schweren Rucksäcke mittels Materialseilbahn zur Hütte transportiert werden, bevor der Aufstieg zur Warnsdorfer Hütte begann. Nach dem Beziehen der Lager wurden hinter der Hütte bereits erste Übungen an vorbereiteten Ausbildungsständen durchgeführt. Diese dienten als Vorbereitung auf die umfangreichen Ausbildungseinheiten der folgenden Tage. Den Abend ließen wir bei einem hervorragenden Vier-Gänge-Menü und gemütlichem Beisammensein ausklingen.
Tag 2 – Ausbildung am Gletscher
Am zweiten Tag stand die Ausbildung am Krimmler Kees im Mittelpunkt. Dort wurden zahlreiche grundlegende Hochtourentechniken intensiv geübt. Dazu gehörten das Gehen mit Steigeisen, der sichere Einsatz des Eispickels sowie der Bau von Standplätzen, unter anderem mit Eis-Sanduhren.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Rettung aus Gletscherspalten. Die Teilnehmer übten verschiedene Methoden der Kameradenrettung mit loser Rolle sowie die Selbstrettung, jeweils mit und ohne technische Hilfsmittel. Leider zeigte sich das Wetter an diesem Tag wenig von seiner freundlichen Seite. Bei anhaltendem Regen kehrten wir am Nachmittag wieder in die gemütliche Hütte zurück. Am Abend wurden die Ausbildungsinhalte im Seminarraum nochmals vertieft. Bei Knotenkunde und Wiederholungen konnten offene Fragen geklärt und das Gelernte gefestigt werden.
Tag 3 – Die erste Hochtour
Nach dem Aufbruch in Richtung Gamsspitze (2.887 m) stand zunächst das Verhalten bei einem Sturz auf steilen Schneefeldern auf dem Programm. Auf einem geeigneten Übungsgelände hinter dem Grat trainierten die Teilnehmer das kontrollierte Abbremsen und die Selbstrettung aus verschiedenen Positionen – sowohl mit als auch ohne Eispickel.
Anschließend begann die erste echte Hochtour des Kurses mit dem Ziel Krimmlertörlkees und Maurertörl. Bereits nach kurzer Zeit wurden die Teilnehmer bei einer felsigen Kletterpassage mit angelegten Steigeisen gefordert. Danach bildeten sich drei Viererseilschaften, die gemeinsam den weiteren Anstieg über den spaltenreichen Gletscher bewältigten. Am Maurertörl (3.104 m) angekommen wurde ein Gipfelversuch zum Kleinen Maurerkeeskopf (3.205 m) unternommen, der jedoch aufgrund des komplexen Geländes und der damit verbundenen Sicherheitsanforderungen abgebrochen wurde. Diese Entscheidung zeigte eindrucksvoll, dass verantwortungsbewusstes Handeln im Hochgebirge oftmals wichtiger ist als das Erreichen eines Gipfels.
Nach einer kurzen Rast erfolgte der Rückweg vollständig über den Gletscher. Gegen Nachmittag wurden die Anstrengungen schließlich mit strahlendem Sonnenschein belohnt. Ein besonderes Highlight erwartete die Gruppe beim Ausstieg am Krimmler Törl, wo acht Steinböcke aus nächster Nähe beobachtet werden konnten. Der abwechslungsreiche Abstieg zur Hütte rundete den gelungenen Ausbildungstag ab.
Am Abend wurden in der kleinen Kletterhalle der Hütte ergänzende Übungen zur Garda-Klemme durchgeführt. Wie an den vorherigen Tagen sorgten die hervorragende Verpflegung und die ausgelassene Stimmung für einen angenehmen Tagesausklang.
Tag 4 – Eis- und Steigeisentechnik
Der letzte Kurstag begann mit einem entspannten Frühstück, bevor die Gruppe nochmals zum Krimmler Kees aufbrach. Dort wurde intensiv die Frontalzackentechnik der Steigeisen sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg trainiert. Im Anschluss konnten die Teilnehmer erste Erfahrungen im Eisklettern mit Eisgeräten sammeln. Sämtliche Übungen fanden topropegesichert statt und boten eine sichere Möglichkeit, den Umgang mit den Geräten kennenzulernen.
Zum Abschluss genossen alle Teilnehmer das hervorragende Wetter bei einem kurzen Spaziergang am Gletscher. Nach einer letzten gemeinsamen Stärkung auf der Sonnenterrasse der Warnsdorfer Hütte hieß es schließlich Abschied nehmen. Der Abstieg ins Tal markierte das Ende eines lehrreichen und abwechslungsreichen Hochtourenkurses.
Fazit: Der Hochtourenkurs bot den Teilnehmern eine intensive Ausbildung in allen wesentlichen Bereichen des Bergsteigens auf Gletschern und im hochalpinen Gelände. Trotz wechselhafter Wetterbedingungen konnten sämtliche Ausbildungsziele erreicht werden. Neben der Vermittlung wichtiger sicherheitsrelevanter Inhalte kamen auch Gemeinschaftserlebnis, Naturgenuss und die Freude am Bergsport nicht zu kurz. Die Gruppe bedankt sich bei den Ausbildern Till & Christian für die Inhalte und die ausgezeichnete Stimmung während des gesamten Kurses.
Daniel