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Oberengadiner Aussichtsberge Piz Kesch, Morteratsch und Piz Palü

14.08.2026

Am ersten Tag unserer Tour sind wir gemeinsam mit dem Vereinsbus zum Albulapass angereist. Der Aufstieg zur Chamanna d'Es-cha Hütte zog sich gemächlich am Hang und an ausgiebigen "Stoamandl" Feldern entlang. Nach drei Stunden waren wir bereits angekommen. Alle außer Thomas, der noch zum Piz Blaisun aufbrach, erholten wir uns in der Abendsonne und genossen das gemeinsame Abendessen.

Tag zwei, und der Piz Kesch mit seinen 3417m stand an. Es war somit der erste Höhentest für die Gruppe sowie Ausrüstung, bevor wir uns dem Bernina Massiv zuwenden. Aufbruch war bereits in den ersten Momenten der Dämmerung. Der Weg führte uns hinauf zur Porta d’Es-cha und darüber hinaus auf den Gletscher. Nach der kurzen Überquerung folgte ein steileres Stück zum Gipfel mit teilweise losem Geröll. Oben angekommen konnten wir dann endlich die traumhafte Aussicht mit Rundumblick genießen. Zu sehen war der Ortler und auch der erste Geschmack des Bernina-Panoramas. Nach erfolgreichem Abstieg genossen wir noch den zweiten Abend auf der Hütte.

Am Morgen des dritten Tages führte der Abstieg wieder am kleinen Wasserfall vorbei, am Pass angekommen, setzten wir mit dem Bus über nach Pontresina. Von dort aus zog sich unser Aufstieg auf die Tschierva Hütte durch ein langes, träumerisches Tal. Durch die Lärchenwälder schlängelte sich der Fluss, dessen Gletscher in der Ferne immer näher rückten. Nach etwa zehn Kilometern steigt der Weg an der linken Bergflanke gleichmäßig an, der Blick schwenkt vom Bachbett des Ova da Roseg auf die Sellagruppe mit dem Piz Glüschaint sowie dem Sella- und dem Roseggletscher. Nach etwa 800 Hm war die große Tschierva Hütte erreicht und wir bekamen einen Blick auf den Biancograt im Abendlicht.

An Tag vier, dem längsten der Tour, brachen wir wieder früh zum Aufstieg auf den Vadrettin da Tschierva auf, dort bekamen wir die ersten Sonnenstrahlen zu Gesicht. Sechs von uns gingen weiter, die anderen schonten ihre Kräfte für den langen Abstieg. An einem eisigen, aperen 45° steilen Aufschwung teilte sich die Gruppe erneut auf. Zwei entschlossen sich den Piz Tschierva 3545 m zu besteigen und die drei anderen hielten am Plan fest den Piz Morteratsch zu besteigen. Am Gipfel 3751 m konnten sie nach diesem Kraftakt den Rundumblick genießen. Es folgte für uns alle der komplette Abstieg zur Hütte zurück und das Tal entlang zurück nach Pontresina. Wir wechselten zur Talstation der Diavolezza Bahn und fuhren mit der Bahn hoch zum Berghotel. Dort angekommen, bot sich uns ein wirklich beeindruckendes Panorama der Bernina Gruppe.

Am letzten vollen Tag brachen wir zur Besteigung des Piz Palü auf. Wegen des zurückgegangenen Eises verläuft die Route über Schotterwege entlang der seitlichen Kette. Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang, am Gletscher unten angekommen, folgte dessen Querung zum Aufstieg im Eis, links des ersten berühmten Stein-Grates des Palü. Durch die Steilheit des Eises von über 40°, fehlender Schneeauflage sowie Wegmarkierungen mussten wir nach wenigen hundert Höhenmetern umkehren. Es fiel uns allen nicht leicht, jedoch hätte der Abstieg eine zu große Gefahr dargestellt. Nachmittags haben wir uns aufgeteilt und sowohl die Klettersteige am Piz Trovat als auch den Munt Pers gemacht. Beim gemeinsamen Abendessen konnte man die Sonnenfinsternis in einem kleinen Wolkenfenster bei ihrem Untergang in voller Stärke erleben.

Für ein abschließendes gemeinsames Highlight sind wir in der Finsternis an Tag sechs unter Sternschnuppen auf den Munt Pers gestiegen und haben von dort aus einen beeindruckenden Sonnenaufgang genossen. Nach dem Frühstück ging es mit der Bahn zurück zum Bus und der Ausflug wurde mit der Heimreise abgeschlossen. Was bleibt, sind schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und beeindruckende Bilder der Aussichtsberge, die einen begleiten.

Teilnehmer: Caro, Peppi, Ema, Tom B., Tom R., Sebastian und Ferdinand

Ferdinand Graf