Samstag, 14. Februar – Lampsenspitze (2875 m)
Pünktlich um 6 Uhr startete der Vereinsbus in Richtung Tirol. Die Straßen waren frei, die Stimmung erwartungsvoll. Nach gut zwei Stunden Fahrt erreichten wir Innsbruck und legten – fast schon traditionell – eine zweite Frühstückspause beim Tiroler Bäcker Ruetz ein. Frisch gestärkt ging es weiter ins Sellraintal nach Praxmar (1680 m). Unser Ziel war die Lampsenspitze, ein klassischer Skitourenberg mit weitem Blick über die Stubaier Alpen.
Bereits beim Aufstieg zeigte sich, dass die Schneelage unterhalb von etwa 2000 Metern noch eher dünn war. Die Spur zog sich zunächst durch lichte Zirbenwälder, später über freiere Hänge. Der Himmel war wechselnd bewölkt, der Wind nahm jedoch mit der Höhe nicht sonderlich zu. Die angekündigte Wetterverschlechterung näherte sich dennoch spürbar. Am Gipfel auf 2875 Metern präsentierte sich die umliegende Bergwelt nur noch schemenhaft. Die Abfahrt wurde zur Konzentrationsübung: Flaches Licht, zeitweise Nebelschwaden und wenig Kontrast verlangten sauberes, defensives Fahren. Sturzfrei erreichten niemand wieder Praxmar – ein gelungener Auftakt.
Sonntag, 15. Februar – Längentaler Weißer Kogel (3217 m)
Über Nacht hatte es kräftig geschneit. Schon die Anfahrt nach Lüsens (1620 m) erforderte den Einsatz von Schneeketten – ein verheißungsvolles Zeichen für Neuschnee. Zwei aus der Gruppe entschieden sich, die bestens präparierten Langlaufloipen zwischen Lüsens und Praxmar zu erkunden und genossen die stille Winterlandschaft auf schmalen Spuren.
Die übrigen drei nahmen den Längentaler Weißen Kogel ins Visier. Die Tour führte zunächst durch das weitläufige Längental und vorbei am Westfalenhaus. Die fordernde Spurarbeit im frischen, teils knietiefen Pulverschnee hatten glücklicherweise bereits andere vor uns gemacht. Die Lawinenlage verlangte eine umsichtige Routenwahl, weshalb steilere Passagen gemieden wurden. Rund 40 Höhenmeter unterhalb des Gipfels entschieden wir uns aufgrund der Schneemengen und der Triebschneeansammlungen zur Umkehr. Bei der Abfahrt, uf den oberen 600 Höhenmetern erwartete uns feinster, unverspurter Tiefschnee unter blauem Himmel. Trotz klirrender -14 °C war die Stimmung euphorisch – ein echtes Powder-Schmankerl.
Montag, 16. Februar – Wetterkreuzkogel (2591 m)
Erneut brachte die Nacht reichlich Neuschnee. Die Lawinenwarnstufe 3 über der Waldgrenze machte wiederum eine defensivere Tourenwahl notwendig. Der Wetterkreuzkogel bei Kühtai bot sich mit seinen sanfteren Hängen an. Vom Parkplatz auf 1730 Metern führte der Aufstieg zunächst durch einen tief verschneiten, nahezu kitschig schönen Winterwald. Die Bäume trugen schwere Schneelasten, jeder Schritt knirschte im Pulverschnee.
Oberhalb der Waldgrenze bewegten wir uns über weite, mäßig steile Hänge. Immer wieder stand die Frage im Raum, ob die geringe Hangneigung bei der Abfahrt ausreichend Schwung zulassen würde. Auf etwa 2350 Metern verschlechterten sich Sicht und Wetter jedoch deutlich, Wind kam auf, und das Spuren wurde zunehmend mühsam. In gemeinsamer Abstimmung fiel die Entscheidung zur Umkehr – Sicherheit ging vor Gipfelambition.
Dienstag – Pistenskitour in Seefeld
Noch mehr Neuschnee ließ die Lawinenwarnstufe über der Waldgrenze auf 4 ansteigen. Eine freie Skitour kam nicht mehr infrage. Als sichere Alternative wählten wir eine Pistenskitour in Seefeld. Vom Ausgangspunkt auf 1260 Metern stiegen wir über die Hocheggalm und die Rosshütte zum Seefelder Joch (2060 m) auf. Der Wind blies kräftig, und die Sicht wechselte zwischen klaren Momenten und diffusem Weiß. Die Abfahrt über die präparierte Piste war sportlich und zugleich entspannter Abschluss der Tourentage.
Mit vielen Eindrücken, sportlichen Erlebnissen und schönen gemeinsamen Stunden – auch bei gutem Essen in Innsbruck (von Burger über Spinatknödel bis nepalesisch) – traten wir schließlich die Heimreise an. Trotz kleiner Gruppe war es eine rundum gelungene Skitourenfahrt mit allem, was das Winterbergsteigerherz begehrt.
Thomas