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Wanderflugreise nach Mallorca vom 13. – 20. April 2026

Mit dem DAV Straubing unterwegs in der berauschenden Serra de Tramuntana

10.05.2026

36 Mitglieder unserer Sektion machten sich vom 13.-20. April 2026 auf nach Mallorca, um die Westküste dieser bekannten Baleareninsel in sechs Tagen jedes Mal auf einer anderen, abwechslungsreichen Route zu erwandern. Um es gleich vorwegzunehmen: Es war eine traumhafte Woche, die Gerhard Schedlbauer für uns organisiert hatte. Alles passte perfekt! Das Hotel „Bahia del Sol“ im beliebten Küstenort Santa Poncha mit der Nähe zum Strand, den wunderschönen Ausblicken auf das Meer, seinen eigenen Pools sowie den vielfältigen Frühstücks- und Abendbüffets ließ keine Wünsche offen. Bei den meist in zwei Gruppen geführten Wanderungen konnte sich jeder täglich seine Herausforderungen wählen, je nachdem, ob einem „gemütlich“ (mit Führer Miguel) oder „sportlich“ (mit Führerin Isabel) zumute war. Schließlich verwöhnte uns auch der Wettergott mit täglich wärmeren, frühlingshaften Temperaturen, dazu Sonne pur, nachdem es lediglich am ersten Nachmittag in Palma noch wolkenverhangen und etwas kühler war.

Tag 1 - Palma de Mallorca (Montag, 13.4.2026)

Vor der Stadtführung stand eine Stunde zur freien Verfügung, die ausgiebig genutzt wurde, um u. a. eigene Eindrücke zu gewinnen bzw. sich mit traditionellen Tapas zu stärken. Wer außerdem eine „echte“ Designerhandtasche zu einem Schnäppchenpreis erstehen wollte, hatte bei den zahlreichen fliegenden Händlern vor Ort jede Menge Auswahl!

Anschließend wurden wir von unserem Stadtführer Antonio durch die verwinkelten Gassen der Altstadt „Casco Antiguo“ geführt. Überall begegneten wir den Spuren der Römer, Mauren und Christen, zu denen uns Antonio die nötigen geschichtlichen Hintergründe vermittelte. Gotische Kirchen, malerische Plätze, jahrhundertealte Innenhöfe machen Palma zu einer der schönsten Städte des Mittelmeeres. Besonders sehenswert sind das Rathaus (Ajuntament de Palma), ein barockes Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, daneben ein uralter Olivenbaum und natürlich die majestätische Kathedrale „Le Seu“, ein Wahrzeichen der Stadt. Schon vom Meer aus bietet sich ein einzigartiger Anblick auf dieses Sandsteingebäude aus dem 14. Jahrhundert, einem der höchsten gotischen Strukturen Europas. 

Tag 2 - von SÁrraco nach Sant Telm (Dienstag, 14.4.26)

Am nächsten Morgen starteten wir mit Isabel und Miguel zu einer ganztägigen gemeinsamen Tour von S’Arraco nach Sant Telm. Nach dem Besuch eines landestypischen Friedhofs wurde uns sofort klar, was uns die nächsten Tage in der Sierra de Tramuntana, dem Gebirge im Nordwesten der Insel, erwarten würde. Dieses Paradies für Wanderer erstreckt sich insgesamt über 90 km vom mondänen Antratx bis zur wilden Halbinsel Formentor. Wir gingen über Klippenpfade mit atemberaubenden Ausblicken auf die unendliche Weite des spiegelglatten, tiefblauen Mittelmeeres, über frühere Maultierwege, durch uralte Olivenhaine, Felder mit Mandelbäumen, uralte Steineichenwälder, Zitronen- sowie Orangenplantagen, spektakuläre Kalk- und Sandsteinformationen oder stille, pittoreske Dörfer mit gepflegten Villen, kleinen Bauernhäusern, dazu zeigten sich überall blumenreiche Vorgärten. Gemütliche Küstenspaziergänge wechselten sich mit sportlichen Gipfeltouren über bis zu 600 Hm ab. Besonders beeindruckend fanden wir die zum Teil vor 4000 Jahren noch von den Arabern angelegten Terrassenfelder für die Olivenbäume und Wasserkanäle. Seit 2001 ist die Region UNESCO-Welterbe, weil sie eindrucksvoll zeigt, wie Mensch und Natur über Jahrhunderte miteinander verflochten sind.

Der heutige Seeräuberweg führte uns auf den Spuren der Trappistenmönche entlang der Steilküste durch ein Naturschutzgebiet u. a. an einem Wachturm vorbei, mit dessen Hilfe man sich früher vor Piraten schützte. Von hier hatte man einen wunderschönen Blick auf die Dracheninsel „Sa Dragonera“ mit ihren drei Leuchttürmen, deren Erscheinungsbild einem Drachen ähnelt. Außerdem leben hier zahllose Geckos, die wie kleine Drachen aussehen. Die Wanderung endete wie auch in den folgenden Tagen u. a. bei Aperol oder Cappuccino zunächst entspannt in einem Café, am späteren Abend erlebten wir jedes Mal einen traumhaften Sonnenuntergang am Strand oder auf der Sky-Terrasse unseres Hotels.

Tag 3 - von Deia´nach Soller (Mittwoch, 15.4.2026)

Das bekannte Bergdorf Deia‘ – es wirkt wie in den Felsen gewachsen - war Ausgangspunkt der nächsten Wanderung. Auf einem der schönsten Küstenabschnitte Mallorcas erreichten wir nach ca. 14 Km (Gruppe „sportlich“) bzw. ca. 9 Km (Gruppe „gemütlich“) die mitten in einem fruchtbaren Tal gelegene und von Zitrusplantagen und Orangenhainen umgebene Stadt Soller. In der historischen Altstadt mit der neogotischen Kirche Sant Bartomeu herrschte hier wieder geschäftiges Treiben. Als absolutes „Muss“ empfahl uns Isabel das Zitronen- und Orangeneis zu probieren. Es schmeckte tatsächlich fantastisch! Sehenswert ist hier außerdem die historische Straßenbahn vor Ort zum Hafen Port de Soller. Und dann gibt es da noch die Touristenattraktion „Roter Blitz“, einen Zug, der seinem Namen alle Ehre macht, da er uns in „atemberaubendem“ Tempo in einer Stunde die 27 Kilometer von Soller zurück nach Palma beförderte! Diese Holzeisenbahn, 1912 von der deutschen Firma Siemens-Schuckert gebaut, befindet sich noch im originalen Zustand, was ihr ein absolut nostalgisches Flair verleiht.

Tag 4 - von Esporles nach Banyalbufar (Donnerstag, 16.4.2026)

Am nächsten Tag führten uns die Wanderungen zu den noch von den Arabern angelegten Terrassen mit Olivenbäumen, Gemüse und Mandelbäumen in der Nähe des Dorfes Banyalbufar. 

Der Weg Camí des Correu ist ein alter Verbindungsweg zwischen den Dörfern Esporles und Banyalbufar und ein Teilstück des Trockenmauerwegs vom GR221. Dieser Königsweg aus dem Jahr 1401 verläuft primär auf alten, restaurierten Pfaden, die, mit wunderschönen Aussichten auf die Küste, von zahlreichen historischen Trockensteinmauern gesäumt sind.

Tag 5 - von Es Capdella nach Galilea (Freitag, 17.4.2026)

Am Freitag wanderten wir zum höchstgelegenen Dorf Mallorcas namens Galilea (ca. 300 Einwohner), 460 Meter über dem Meeresspiegel. Auf dem Weg dorthin kehrten wir nach einer kurzen Gipfelbesteigung in einem typischen mallorquinischen Herrenhaus, dem Landsitz „San Cortei“, ein, dessen Hausherrin Jolanda uns u. a. mit traditionellen Köstlichkeiten (Brot, Schinken, Käse, Oliven, Aufstriche, Olivenöl…) verwöhnte. Besonders emotional verlief am Zielort der Besuch in der Kirche „Parroquia de la Immaculada Concepcio“, in der in Erinnerung an ein kürzlich verstorbenes verdientes Mitglied unserer Sektion das Marienlied „Segne du Maria“ angestimmt wurde. Berühmt ist dieser Ort für seine wilde Schönheit und die freilaufenden Bergziegen. Hier kann man – im Gegensatz zu den lebhaften, geschäftigen Ferienorten - tatsächlich noch den friedlichen, ländlichen Ursprung der Insel erleben.

Tag 6 - von Es Barracar nach Kloster Lluc (Samstag, 18.4.2026)

Am nächsten Tag führte uns die Busfahrt zunächst durch den Ort Inca, genannt das „Herz“ Mallorcas. Er ist bekannt für seine wunderschönen, hochwertigen – dadurch aber auch teuren – Lederwaren. Im anschließenden Caimari gibt es besonders gutes Olivenöl! 

Hatten wir auf dem Weg nach Galilea bereits unheimliche Straßen mit steilen Haarnadelkurven und dramatischen Abhängen erlebt, wartete auf uns bei der anschließenden Anfahrt nach „Es Barracar“, unseren Startpunkt für die Wanderung auf dem alten Pilgerweg zum 525 Meter hoch gelegenen „Santuari de Santa Maria de Lluc“, tatsächlich noch eine Steigerung! Besonders bewundernswert fanden wir dabei die zahllosen Radfahrer, die hier – wie überhaupt auf der ganzen Insel – größtenteils mit Rädern ohne Hilfsmotor kilometerweit bis auf die höchsten Berge hinaufstrampelten und in halsbrecherischen Abfahrten wieder hinunterrasten. Entgegen der üblichen Bezeichnung handelt es sich bei dem oben erwähnten Gebäudekomplex streng genommen nicht um ein Kloster (= Monestir), da hier keine Mönche wohnen. Die richtige Bezeichnung lautet deshalb Heiligtum (= Santuari), denn die Verwaltung erfolgt seit dem 15. Jahrhundert durch Priester (= Patres), die seit 1891 dem Orden der „Missionare vom Heiligen Herzen Jesu“ angehören. Dieser Wallfahrtsort mit seinem imposanten Kirchenbau aus dem 17. Jahrhundert gilt als spirituelles Zentrum der Insel. Papst Johannes XXIII. verlieh dem Gotteshaus 1962 den Ehrentitel „Basilika Minor“. In einer der hinteren Seitenkapellen, der Marienkapelle, befindet sich das eigentliche Ziel der fast eine Million Pilger pro Jahr: eine gotische Statue aus schwarzem Stein, die das Jesuskind auf dem Arm trägt. Diese Gottesmutter von Lluc („Mare de Deu de Lluc), die Einheimischen nennen sie auch „Die Dunkelhäutige“ (= sa Morenita), gilt als Schutzheilige Mallorcas. Seit der Auffindung einer Marienstatue an diesem Ort durch einen Hirtenjungen namens Lluc (= Lukas) im Jahr 1229 erzählt man sich um sie wundersame Geschichten. Im Laufe der Jahrhunderte entstand hier eine riesige Anlage u. a. mit der gewaltigen Kirche, einem Gymnasium mit Internat, einem Museum und – in einem Laubengang aus den früheren Unterkünften für die Pilger mit ihren Pferden – moderne Gästezimmer. Natürlich dürfen auch Cafés sowie Andenkenläden nicht fehlen! 

Tag 7 - von Ca Mado Piller über den Es Caragoli nach Valldemossa (Sonntag, 19.4.2026)

Viel zu schnell kam der letzte Tag unserer Wanderreise, der für die „sportliche“ Gruppe laut Isabel die „Königsetappe“ nach Valldemossa mit ca. 600 Hm Auf- und Abstieg auf den insgesamt knapp 1000 Meter hohen „Es Caragioli“ enthielt. Wir gingen dabei auf dem kulturhistorisch spannenden Reiterweg, den Erzherzog Franz Salvator (ein Cousin von Kaiserin Sisi) Ende des 19. Jahrhunderts zur Bewahrung bzw. wissenschaftlichen Erforschung der Natur Mallorcas hier angelegt hatte. Die „gemütliche“ Gruppe mit Miguel wählte eine andere Tourvariante durch das reizvolle Bergland, ebenfalls mit wunderschönen, malerischen Ausblicken auf das tiefblaue Mittelmeer der West- und Ostküste der Insel.

Mit einem Cappuccino oder einem Bummel durch das Städtchen, dessen Name ebenfalls auf die Herrschaft der Mauren 902-1229 zurückgeht (Valldemossa = Tal des Provinzgouverneurs Musa, der hier ein Landgut besaß), fand dieser Ausflug ein beschauliches Ende. Erwähnt sei hier noch, dass in dem Ort mit seiner ehrwürdigen Kartause im Zentrum für einen Winter der berühmte Komponist Frederic Chopin mit seiner Lebensgefährtin George Sand wohnte. Laut eigener Auskunft erhielt er hier zahlreiche Inspirationen für seine berühmten Klavierwerke.

Leider erfolgte hier dann auch der Abschied von unseren einmaligen Führern Miguel und Isabel, die uns mit ihren wunderschönen Routen und den zahlreichen Informationen während der Wanderungen ihre Insel mit viel „Herzblut“ nahegebracht hatten.

Am letzten gemeinsamen Abend auf der Sky-Terrasse erlebten wir bei u. a. Sangria, Aperol und Bier noch einmal einen faszinierenden Sonnenuntergang als würdigen Abschluss einer unbeschreiblich grandiosen Woche, die dank der perfekten Planung bzw. Organisation vor Ort von Gerhard Schedlbauer, unterstützt von seiner Frau Renate, für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Vielen Dank dafür!

Fazit: Sich an der Natur Mallorcas zu berauschen, macht riesigen Spaß und ist vor allem viel gesünder als am Ballermann! 

Beate Freymüller