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Kletterfahrt Riesengebirge

Landeshuter Kamm in Polen

27.09.2026

Neun Teilnehmer, drei Autos und ein Ziel: Trad- und Sportklettern im polnischen Granit. Damit machen wir uns am Morgen des 24. September auf den Weg zum Rudawski Park Krajobrazowy, dem Landschaftsschutzpark Landeshuter Kamm, in dem sich zahlreiche Klettergebiete befinden.  

Nach einem kurzen Zwischenhalt bei Prag passieren wir gegen Mittag die tschechisch-polnische Grenze und erreichen kurz darauf unsere Ferienwohnung. Leider müssen wir unsere Pläne aufgrund des Wetters kurzfristig ändern und nutzen den angebrochenen Tag noch für eine Wanderung entlang des Grenzkamms. Die umliegenden Gipfel des Riesengebirges bekommen wir aufgrund des Nebels leider nicht zu sehen, dafür finden wir jedoch reichlich Schwammerl, die wir abends in ein vorzügliches Steinpilzrisotto verwandeln.

Auch am nächsten Morgen ist es leider immer noch ziemlich nass, sodass wir den Zustieg etwas ausdehnen und unterwegs noch eine zwischen Felsblöcken errichtete Burgruine erobern, bevor wir gegen Mittag den Fels erreichen. Erster Eindruck: leichte Trad-Routen zum Aufwärmen, daneben etwas schwerere mit Haken und allesamt regengeschützt durch ein hartes, nahezu waagrechtes Dach. Mittlerweile ist außerdem auch der Nachbarfels schon weitgehend abgetrocknet und bietet nochmal reichlich Routen in und zwischen den vielen Rissen – langweilig wird uns da auf jeden Fall nicht. Hinterher finden wir entgegen allen Klischees auch die Autos wieder unbeschädigt vor und kehren am Heimweg noch in einem neumodischen Braugasthaus ein mit Ausblick auf einen traumhaften Sonnenuntergang. Nur beim Versuch, danach noch die Sauna einzuheizen, verlässt uns das Glück: das Feuerholz ist einfach zu feucht.

Am dritten Tag geht’s dann bei strahlendem Sonnenschein auf den Sokolik, einen von zwei sehr markant nebeneinander gelegenen kegelförmigen Bergen, dessen Gipfel von zwei imposanten Felstürmen gekrönt ist. Vor Ort stehen wir jedoch erstmal vor einer Absperrung, die gilt zum Glück aber nur für die Wendeltreppe zur Aussichtsplattform – und darauf sind wir nun wirklich nicht angewiesen. Wir laufen also ein Stück um den Fels herum und schlagen dort unser Lager auf. Der Fels ist zerfurcht und abseits der gebohrten Routen entsprechend gut selbst abzusichern. Zwischen den Rissen finden sich dafür eher wenig Griffe und so ist einiges an Spreiztechnik gefordert: neben unseren Händen und Füßen quetschen wir bei einer Route sogar unseren ganzen Körper in eine gigantische Sanduhr. Auch die 70 m-Seile haben wir nicht umsonst mitgeschleppt, denn die Routen zur Spitze des zweiten Gipfelturms sind lang, die Aussicht allerdings jede Anstrengung wert. Den krönenden Abschluss bildet dann noch eine Abbruchkante mit nahezu perfekt gequaderten Griffen – da soll nochmal wer sagen, so was gäb’s nur in der Halle!

Unser letztes Ziel vor der Heimfahrt ist der Enis – eine gut zehn Meter hohe, komplett freistehende Felsnadel, die wir natürlich alle besteigen müssen. Nebst der viel begangenen Foto-Route gibt es auf der Rückseite auch einen traditionellen Weg zum Höhepunkt, dort ist der Fels aber ziemlich verwittert und bricht einem bei jedem Tritt unter den Füßen weg. Generell erfordert das Klettern auch an den umliegenden Felsen etwas Mut, denn es gibt wieder einige teils körperbreite Risse und zuletzt noch eine Trad-Route mit einem unglaublich gruseligen Runout, der im Vorstieg wirklich viel Überwindung kostet. Bis auf unsere geschundenen Hände und einige Kratzer kommen wir jedoch alle wieder unversehrt am Parkplatz an und machen uns auf die Heimreise. Das Gebiet ist aber auf jeden Fall nochmal einen Besuch wert!