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Skihochtour auf den Spuren der Route Hoch-Tirol

09.03. – 12.03.2023

19.04.2023

Die original Skiroute Hoch-Tirol wäre eine 6-tägige Ski-Hochgebirgs-Durchquerung in den Ostalpen, welche von Kasern im Südtiroler Ahrntal durch die faszinierende Gipfel- und Gletscherlandschaft des Venedigergebietes zum Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs, führt und im Osttiroler Glocknerdorf Kals ausklingt. Die zwei mittleren Etappen der Hoch-Tirol, über Großer Geiger und Großvenediger hatten wir uns für dieses Jahr vorgenommen.

Also machten wir uns zu neunt bei strömenden Regen auf den Weg ins nebelverhangene Virgental nach Osttirol. Als wir in Hinterbichl bei Prägraten ankamen regnete es zwar immer noch, jedoch versprach uns das Regenradar eine baldige Aufheiterung. Kurzerhand beschlossen wir den Aufstieg zur Essner-Rostocker-Hütte ein wenig zu verschieben und vorher noch beim Gasthof Islitzer in Hinterbichl auf einen Kaffee einzukehren. Tatsächlich hörte es bald auf zu regnen und die Wolken verzogen sich. So machten wir uns auf zu unserem Startpunkt, dem Wanderparkplatz in Ströden. Nachdem wir unsere Ausrüstung klar gemacht hatten folgten wir der Forststraße bei mittlerweile herrlichem Wetter Richtung Essener-Rostocker-Hütte. Leider mussten wir unsere Skier bald an die Rucksäcke schnallen, da an dem südseitigen Zustieg teilweise kein Schnee mehr lag. Nach etwa der Hälfte der Strecke konnten wir dann unsere Ski wieder anlegen und erreichten nach 3 Stunden Marsch die auf 2200 m gelegene Hütte. Dort angekommen, machte sich nach einer kurzen Pause der Großteil der Gruppe wieder auf den Weg, um das Rostocker Eck (2749 m) zu besteigen. Zwei blieben auf der Hütte und ließen dort den Tag ausklingen. Nach ca. 2 Stunden war der Rest dann auch auf der Hütte und konnte die Zimmer beziehen.

Am nächsten Morgen starteten wir nach dem Frühstück bei leichtem Schneefall und zunehmend schlechter Sicht in Richtung Großer Geiger. Beim Erreichen des Maurerkees seilten wir uns in dreier Gruppen an und marschierten bis zum Skidepot ca. 200 Hm unter den Gipfel. Ein Teil der Gruppe wagte den Gipfelanstieg über eine 35°- 40° steile Firnflanke mit Ski, der Rest stieg mit Steigeisen und Pickel bewaffnet über die Flanke zum Gipfel (3360m) auf. Der Abstieg zum Skidepot erfolgte über den gleichen Weg, wo dann erstmal Brotzeit gemacht wurde. Nach der Stärkung fuhren wir dann über das Maurerkees, vorbei am Großen Happ, mit mehrmaligen Auf- und Abfellen immer die passenden Übergänge suchend, bis zum Türmljoch ab. Dort angekommen konnten wir bis zur Johannishütte, die wir nach ca. 8 Stunden erreichten, abfahren. Wir bezogen unser Lager und ließen den Tag in der urgemütlichen Hütte ausklingen.

Am Samstagmorgen machten wir uns bei mal sonnigem und mal bewölktem Wetter auf zum höchsten Punkt unserer Tour, dem Großvenediger. Wir starteten entlang des Sommerweges Richtung Defreggerhaus (2964), das wir nach ca. zweieinhalb Stunden erreichten. Dort machten wir im warmen Winterraum eine kurze Pause. Nach 200 Hm entlang des Mullwitz-Äderle fanden wir schließlich das Fixseil am Oberen Einstieg für den Abstieg aufs Mullwitzkees. Dort teilten wir uns wieder in unsere drei Seilschaften auf und stiegen über den riesigen Gletscher zwischen Hohes Aderl und Rainerhorn zum Skidepot am Beginn des Gipfelgrates auf. Weiter ging es bei teilweise starken Wind über den Anfangs breiten und am Ende sehr schmalen Firngrat zum Gipfel der “weltalten Majestät”, wie der Großvenediger auch genannt wird. Am Gipfelkreuz angekommen, konnten wir uns dann gegenseitig für das Erreichen unseres Etappenzieles gratulieren. Zurück am Skidepot fuhren wir über das Schlatenkees, vorbei an beeindruckenden Gletscherspalten, über Neue und Alte Prager Hütte ins Gschlößtal ab. Unten angekommen mussten wir noch ca. 6 km auf teilweise ebener Fläche aus dem Tal heraus skaten um dann letztendlich zum Matreier Tauernhaus abfahren zu können. Nach ca. 9 Stunden erreichten wir erschöpft aber glücklich unser Ziel und ließen den Abend in gemütlicher Runde ausklingen. 

Da die Fahrer noch am selben Abend mittels Taxi die Autos vom Ausgangsparkplatz holten, konnten wir uns am nächsten Morgen zeitig auf den Heimweg machen.

Autor: Matthias Lach